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Kurzchronik von Obermelsungen
Obermelsungen gehört mit zu den schönsten Orten unseres geliebten Hessenlandes und hat seinen Namen mit Sicherheit von der 2000 m stromabwärts gelegenen Stadt Melsungen erhalten. Der Ort
liegt 168 m über dem Meeresspiegel.
“Obermelsungen, Dorf im Grün” - so skizzierte die örtliche Tagespresse unseren Ort.
1151 Man spricht erstmals von “Supermelsungen” [ 850 Jahre ].
1300 Der Ort besteht aus einem Gut und drei kleinen Vorwerken. Das letzte vorhandene Vorwerk ist der Bauernhof des Gerhard Fehr. Dieser ist noch
im Besitz eines Lehensbriefes aus dem Jahre 1848, aus dem die Ablösung sämtlicher Lehensrechte und das freie Besitztum der Familie Fehr hervorgehen.
Letztes Adelsgeschlecht waren die “von Berlepsch”.
1301 Graf Otto von Bilstein verkauft den Zehnten an den Landgrafen Heinrich von Hessen. Das Dorf wird landgräflich. Ritter Johann Riedesel wird
mit einer Rente von 50 Mark durch den Landgrafen Heinrich von Hessen beliehen. Obermelsungen muß anteilig bezahlen.
1470 Besitzer des großen Gutes: Treusche von Buttlar. Standort des Gutes und der zwei weiteren Vorwerke sind völlig unbekannt.
1480 Rabe von Boyneburg verkauft die Hälfte eines Vorwerkes an die Ritter Sittig und Kaspar von Berlepsch, fernerhin kaufen sie ein Viertel vom
Zehnten zu Obermelsungen und einiges mehr. Das Adelsgeschlecht von Berlepsch hat seinen Besitz bis zur Ablösung der Lehensrechte [ 1848 ] in Obermelsungen und übt teilweise das Patronat über die Pfarrei in Obermelsungen aus - sehr zum Leidwesen der Melsunger Stadträte und des Bürgermeisters.
1500 Die Erbauung des Wehrturmes ist unbekannt. Da die große Glocke im Jahre 1506 von dem Homberger Kupferschmied Kortrog gegossen wird, muß der Turm etwa um die Jahrhundertwende erbaut worden sein.
1601 Landgraf Moritz von Hessen macht die Fulda bis Bad Hersfeld schiffbar. Auch Obermelsunger Bürger sind, sehr zum Leidwesen der städtischen
Schiffer, Kahnbesitzer und betreiben die Schifffahrt. Letzter Schiffer ist Johannes Seitz.
1618 Während des Dreißigjährigen Krieges muß Obermelsungen viel Leid hinnehmen und harten Tribut zollen. Kriegsvolk und Lärm, verbunden mit
Plünderungen, müssen wegen der Belagerung der Stadt Melsungen ertragen werden.
1730 Erste urkundliche Aufzeichnungen über die Besetzung der Schulstelle durch Lehrer Gischel. 107 Jahre, bis 1837,
wird die hiesige Schulstelle von drei Generationen der Familie Gischel verwaltet.
1744 Die Kirche wird an den um 1500 errichteten Wehrturm angebaut. Pfarrer ist in dieser Zeit Johannes Kraft.
1756 - 1763 Der Siebenjährige Krieg zwischen Österreich, Frankreich, Schweden, Sachsen und Rußland gegen Preußen und England, bringt oft
wechselvolle Einquartierungen von Freund und Feind. Örtliche, ganz in der Nähe sich abspielende Gefechte, bringen viel Unruhe, Kummer und Elend über das Dorf.
1806 - 1807 Das Dorf muß wiederum harten Tribut zollen.
1813 - 1814 Ein Freiwilliger nimmt am Befreiungskrieg teil.
1836 Das zweite Schulhaus wird einklassig mit Lehrerdienstwohnung neben dem alten Schulhaus erbaut, heute Haus Weindel, Elfershäuser Straße 2.
1837 Die Schulstelle wird erstmals mit dem seminaristisch gebildeten Lehrer David Volkwein besetzt. Das Dorf hat 25 Feuerstätten, 1 Hirtenhaus, 1
Schulhaus. Unter den Bürgern gibt es 15 Ackersleute, 9 Linneweber, 1 Branntweinbrenner, 1 Wirt und 1 Schäfer.
1848 Ablösung sämtlicher Lehensrechte. Die bäuerlich belasteten Betriebe gehen in freien Besitztum über.
1849 Die Bahnstrecke Cassel - Bebra wird gebaut. Die Schifffahrt kommt völlig zum Erliegen.
1884 - 1914 Lehrer Karl Hamer verwaltet die hiesige Schulstelle. Seine Nachfahren sind die Familien Herwig, Malsfelder Straße.
1892 Ein Holzsteg wird über die Fulda gebaut. Schiffer Johannes Seitz’s Beruf geht in die Analen ein. Seine Fahrten zum Übersetzen sind
nicht mehr gefragt. Der Schein trügt, oft reißen das Hochwasser und die damals gewaltigen Eisschollen im Winter den Holzsteg mit, so daß er in den Folgejahren mehrfach wieder aufgebaut werden muß. Schiffer Seitz muß dann immer
wieder herangezogen werden.
1893 - 1894 Die Verkopplung der Gemarkung erfolgt [ die erste Flurbereinigung ]. Den Friedhof hat man vergessen. Nach hartem Ringen gibt dann ein
Bewohner ein Stück am Heckeberg ab.
1899 Als eine der ersten Gemeinden erhält Obermelsungen eine Wasserleitung.
1916 Während des Kriegsjahres erhält Obermelsungen die erste Kanalisation, die Straßen werden gepflastert. Bedingt durch die Bereitschaft der
Stadt Melsungen ist es der Gemeinde möglich, in den Genuß des elektrischen Lichtes zu kommen. Die Straßenbeleuchtung wird ebenfalls eingeführt.
1933 Der offene Kesselbach, zwischen Kirche und Elfershäuser Straße, wird verrohrt.
24. November 1939 bis 05. Februar 1946 Im Beschlußbuch der Gemeinde sind, hervorgerufen durch die Kriegswirren, keine Aufzeichnungen erfolgt.
1949 Durch die geburtenstarken Jahrgänge muß ein zweiter Schulsaal im Erdgeschoß der Schule ausgebaut werden.
1952 Ernst Helwig wird zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt. Dank seines unermüdlichen Einsatzes können während seiner 17-jährigen Amtszeit
viele große Probleme bewältigt werden, die Sicherstellung der Wasserversorgung, der Bau einer zentralen Kläranlage mit Ortskanalisation, der Bau des dritten und letzten Schulhauses, teilweiser bituminöser Ausbau der
Gemeindestraßen und Feldwegeausbau, die Ausweisung von Baugelände “In der Schäferei”, heute Roter Rain und Weinberg. Der Ausbau der Landesstraße - Elfershäuser Straße - wird durchgeführt, ein Feuerwehrgerätehaus
mit Trockenturm wird in 1957 seiner Bestimmung übergeben [ heutiges Wohnhaus Rudi Steuber, Fuldastraße ].
1966 Obermelsungen nimmt erstmals am Wettbewerb, “Unser Dorf soll schöner werden”, teil.
1967 Ein weiterer Industriebetrieb wird angesiedelt. An der Malsfelder Straße entsteht ein Landmaschinenhandel. Heute Firma Mobau.
1970 Das Sibo-Betonwerk siedelt sich an der Malsfelder Straße an. Am Ernstberg und Talblick wird ein Baugebiet für 42 Wohnhäuser erschlossen.
Innerhalb eines Jahres werden alle Bauplätze an Bauwillige verkauft. Mit Wirkung vom 31. Dezember 1971 verliert Obermelsungen auf freiwilliger Basis seine Selbständigkeit.
Die Eingliederung nach Melsungen erfolgt ab 01. Januar 1972.
1968 - 1971 Letzter Bürgermeister von Obermelsungen ist Willi Wenzel. Bis zu seinem endgültigen Ausscheiden im April 1974 fungiert er als Ortsvorsteher.
1973 Nach mehrjährigem Ausbau kann Bürgermeister Dr. Ehrhart Appell der sporttreibenden Jugend den neuen Sportplatz übergeben. Obermelsungen
erhält sein erstes Tragkraftspritzenfahrzeug.
1974 Kurt Lohr wird zum Ortsvorsteher gewählt. Die Freiwillige Feuerwehr baut in Eigenleistung das neue Feuerwehrgerätehaus.
Obermelsungen feiert den ersten Altennachmittag.
1975 Dem Wunsch und der Mehrheit der Bevölkerung entsprechend, wird die ehemalige Schule zum Dorfgemeinschaftshaus aus- und umgebaut. Im
Erdgeschoß entsteht ein Versammlungsraum. Die Fußballer erhalten ihre Umkleide- und Duschräume im Erdgeschoß.
1976 In einem großen Teilnehmerfeld nimmt Obermelsungen wieder am Dorfverschönerungswettbewerb teil. Ein hervorragender dritter Platz wird belegt.
Auch in den Folgejahren werden mehrfach zweite Plätze belegt.
1977 Obermelsungen feiert sein erstes Gemeindefest. Es wird ein voller Erfolg. Das Fest soll alle zwei Jahre wiederholt werden. Der Reinerlös
dieses Gemeindefestes ist für den Bau einer Friedhofshalle bestimmt.
1978 Die Bevölkerung baut am Honigberg in Eigenleistung eine Schutz- und Grillhütte.
1983 Eine Friedhofshalle wird in Eigenleistung errichtet. Mit Hilfe einer großzügigen Spendenaktion tragen die Bürger einen Teil der
Finanzierungskosten selbst. Am 22. November wird die neue Friedhofshalle feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Ein Harmonium wird angeschafft.
1986 Die Freiwillige Feuerwehr baut in Eigenleistung einen Schulungsraum an das vorhandene Feuerwehrgerätehaus. Die Sportler erhalten neben dem
Sportplatz einen Trainingsplatz. Die vorhandene Flutlichtbeleuchtung kann genutzt werden.
1987 Melsungen ist Ausrichter des Hessentages, Obermelsungen beteiligt sich aktiv, u. a. durch einen Motivwagen mit dem Motto “Käseland
Obermelsungen”.
1989 Anlegung von Parkplätzen vor dem Trainingsplatz. Aufstellung von weiteren Flutlichtmasten, Ersatzbeschaffung von Tischen und Stühlen für das
Dorfgemeinschaftshaus.
1992 Verlegung des Kinderspielplatzes neben den Sportplatz.
1993 Ausweisung von Baugelände - Aufstellung eines Bebauungsplanes. Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses durch den Anbau einer neuen, modern
ausgestatteten Küche und einer Behindertentoilette sowie die Neugestaltung eines Jugendraumes und eines Sitzungsraumes für die Sportler im Erdgeschoß.
2001 Obermelsungen erhält im Jahr seiner 850 Jahr Feier einen eigenen Internetauftritt unter www.Obermelsungen.de.
2005 Obermelsungen erhält wieder eine Kirchturmuhr. Ermöglicht wurde die Anschaffung durch eine
Sachspende der Dorfgemeinschaft. Anlässlich des diesjährigen Gemeindefestes wurde die Uhr feierlich übergeben.
2006 Obermelsungen erhält einen neuen Ortvorsteher und Stellvertreter. Kurt Lohr und Hermann Linn, beides Männer der ersten Stunde stehen nach
über 30 Jahren Ehrenamt nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung. Nach der Kommunalwahl im März wird Peter Lindner zum Ortsvorsteher gewählt, dessen Stellvertreter wird Hartmut Lomberg.
2007 Am 10. August tritt der Kesselbach in Höhe der Bushaltestelle über die Ufer und überflutet das
Unterdorf. Besonders schwer wird der Elektobetrieb Kästner in Mitleidenschaft gezogen.
2008 Obermelsungen erhält erstmals ein Gemeindebüro im Erdgeschoss des Dorfgemeinschaftshauses.
Im Dezember geht der Energiepark am Weinberg an des Stromnetz.
2009 Obermelsungen wurde am 01. Januar im Hessischen Fernsehen zum Dollen Dorf gewählt.
Am 02. Januar ist ein Fernsehteam des HR in Obermelsungen unterwegs, der Beitrag wurde am 03. Januar ausgestahlt. Die Dorfgemeinschaft Obermelsungen erhält ihre erste “Erste Vorsitzende” Helga Siemon-Teigeler.
Im November wurde auf dem neuen Friedhof die Urnenwand der Bestimmung übergeben, die erste im Stadtgebiet.
2010 Am 25. April fand die erste Gemarkungsbegehung unter Führung von Helga Siemon-Teigeler statt.
Die Gemeinschaft der Obermelsunger Vereine veranstaltete am 11. September unter großem Erfolg das 1. Hoffest auf dem Betriebshof der Schreinerei Knauf.
2011 Nach der Kommunalwahl am 27. März wird Peter Lindner erneut zum Ortsvorsteher gewählt, dessen Stellvertreter wird Dirk
Steuber.
Am 10. September fand das 2. Hoffest statt.
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